Pilgerreise im schweizer Himalaya

Auf einer Pilgerreise erlebt man viel. Lies die beiden Berichte von zwei Pilgerinnen, die letzte Woche zu Fuss von Fideris Dorf zum Ashram pilgerten, den einen hier in deutsch und den anderen in englisch.

Meine Pilgerreise hatte schon einige Wochen vor dem Start begonnen. Als ich das Gefühl hatte, ich möchte gerne nach Somaskanda hochlaufen aus Dankbarkeit zu Gott. Einige Tage zuvor kam dann doch noch die Befürchtung, dass ich das vielleicht gar nicht schaffe und ich offerierte die Pilgerreise Gott, mit der Bitte, mich zu begleiten.

So startete ich um 8.30 Uhr ab Fideris Dorf mit den Gedanken und der Motivation, einerseits doch wieder mal etwas Sportliches zu tun (was so gut für mich ist) und andererseits die Vorfreude auf Somaskanda, die Klostermitglieder und den Satsang, welcher dann auch genau für diesen Tag geplant war.

Da die Steigung doch recht hoch ist, versank ich schon nach kurzer Zeit in Gedanken an Somaskanda. Auch rezitierte ich laufend «Om namah Shivaya», Schritt für Schritt.

Es war schön, so eins zu sein mit mir, der Natur, Gott. Zwischendurch vergass ich auch, dass ich den Berg hochlief. Sonst immer mit Auto unterwegs, staunte ich über den schönen verschlungenen Wanderweg, die härzigen Maiensäss. Immer näher zu Somaskanda.

Auf halbem Weg «Eggali» gab es eine Pause von ca. 30 Minuten, um Kraft zu tanken. Die Sonne strahlte und ermöglichte, auch noch Wärme zu tanken. Voll gestärkt lief ich weiter. Schon bald spürte ich die erste Hälfte des Weges in meinen Beinen und betete zu Gott, dass er mich weiter begleite. Der Rucksack mit wenigen Utensilien für die Übernachtung schien nun schwerer als zuvor. Think positiv kam mir in den Sinn, es geht nur, wenn ich meinen Gedanken nicht die Möglichkeit gebe, sich auf den Körper zu konzentrieren. Ja, ich musste nun meine Gedanken steuern, den Körper ignorieren – im Hinterkopf Guru, der uns dies gelehrt hat.

Immer öfters musste ich nun einen Stopp einschalten und von Shiva wechselte ich zu Shakti in der Hoffnung, noch etwas mehr Unterstützung zu erhalten. Die Beine schmerzten und doch, eine Umkehr kam nicht in Frage und während ich versuchte, weiterhin meine Gedanken auf Gott zu richten, konnte ich endlich Val Maladers sehen und wusste, es ist nicht mehr weit.

Die letzten Meter ab Höhi überkam mich eine tiefe Freude, Dankbarkeit und Demut, es geschafft zu haben. Und es gab mir Kraft für die letzten Meter bis hin zu Somaskanda. Das Wiedersehen mit den Klostermitgliedern war so herzlich und ich freute mich auf die bevorstehende Mittagspooja. Das Welcoming von Ganesh und Somaskanda war spürbar und ich war sehr tief berührt.

Nach einem gemütlichen und fröhlichen Mittagessen und feinem Dessert war es schon Zeit, die Einrichtungen für den Satsang vorzubereiten. Den Ablauf zu besprechen, das Equipment aufzusetzen und den Sitzplatz herzurichten.

Der Satsang startete, und mit voller Freude schalteten sich viele bekannte Gesichter (jahrelange Freunde) zu und der Austausch der Fragen & Antworten wurde zu einer Bereicherung für beide Seiten. Konnten neben Swami Govinda auch Srister Emily und Brother Simon ihr Erfahren teilen zur Freude und auch Belustigung aller.

Das grösste Feedback, wie sehr sich alle am Satsang gefreut haben, gaben die anschliessenden Bhajans, gesungen von Swami Govinda, Sr. Emily und Brother Simon. Sämtliche Kameras wurden freigeschaltet, die Gesichter erhellten sich und einige schaukelten, sangen oder klatschten mit. Das alleine war schon Lohn genug für den Weg, diese Pilgerreise gemacht zu haben. Ich danke allen, die somit einen Teil meiner Pilgerreise wurden.

Satsang & Videos

Dieser Beitrag ist auch verfügbar in: Englisch

2020-12-27T16:01:17+01:0022. Dezember 2020|
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